The Artisan

The Artisan – Danke, nie wieder.

Heute möchte ich Euch von meinem Besuch im The Artisan vom letzten Sommer erzählen. Es war ein heisser Sommerabend mit 34 Grad. Draussen musste es sein und nicht weit weg. So landeten wir im The Artisan, das bei der Gleisüberbauung in Wikpingen seine Terrasse hat. Die Tische des Artisan sind von Blumen- und Gemüsebeete vom Urban Gardening Projekt „Garte über de Gleis“ vom GZ Wipkingen umgeben.

Die sehr junge Kellnerin war sehr nett, aber etwas unbeholfen. Da es so heiss war, haben wir neben Wein und Süssgetränk auch Wasser bestellt. „Nehmt doch 7dl Leitungswasser“ war ihr Vorschlag. Ja, gerne. Das Leitungswasser wurde uns dann in einer alten, zerkratzten Karaffe serviert. Eine Karaffe, die ich zu Hause meinen Gästen nicht auftischen würde.

Der Hamburger selber hatte leider nach nichts geschmeckt. Extrem langweilig und war seinen Preis einfach nicht wert. Überhaupt waren die Portionen sehr klein. Aber es war ja gottseidank heiss, da hat man nicht so einen grossen Hunger.

Nachdem das Essen serviert wurde, wollte ich Salz und Pfeffer bestellen. Ich schaffte es lange nicht, die Aufmerksamkeit der Kellnerin auf mich zu lenken. Kein Blick kam in unsere Richtung und über die ganze Terrasse wollte ich nicht schreien. Der Hamburger kühlte, auch in dieser Hitze, langsam ab. Ich mag mein Essen heiss.

Die Preise in diesem Restaurant sind zu hoch für das was geboten wird. Kein Salz, kein Pfeffer, kein Olivenoel auf den Tischen und Papiersets und -servietten. Bei diesen Preisen kann man mehr erwarten.

Als die Rechnung kam, folgte der Schock: Das Hahnenwasser, in einer hässlichen Karaffe serviert, kostete satte 7 Franken! Gaht’s no? Als ich die junge Kellnerin darauf hinwies, sie hätte mir bei der Bestellung sagen sollen, wieviel das Leitungswasser kostet und dass ich 7 Franken für ein Leitungswasser, dessen Aufbereitung ich bereits mit meiner Steuer bezahlt habe, völlig überteuert finde, meinte sie nur, sie werde es dem Chef weiterleiten… Das Leitungswasser kostet auch heute noch 7 Franken. Sehr kundenfreundlich.

Aber es isch ebe cool, weisch. Voll urban und so.

The Artisan? Nein – danke! Mich sehen die nie wieder.

Übrigens bieten sie seit neuestem Pizzas ab 24 Franken an. Ich schreibe jetzt nicht, was ich davon halte, dass das „Arme-Leute Essen“ in Zürich zu einem Luxus Essen hochsterilisiert wird und Preise über 20 Franken für eine Pizza ohne spezielle Zutaten (wie bspw. Mozzarella Di Bufala oder San Daniele Rohschinken) verlangt wird.

www.theartisan.ch

Für mich widerspiegelt das The Artisan eine unschöne  Entwicklung bei den Restaurants in Zürich. Sie sehen zunehmend aus wie ein Broki -die Preise sind es jedoch nicht-, das Essen und Trinken muss man sich oft an der Theke selber holen. Sie ziehen ein alternativ-chic Publikum an, die bereit sind (und es sich leisten können) für einen schlechten Service und mittelmässiges Essen überteuerte Preise zu bezahlen. 

Aber hey, das ist der Trend in Zürich. Teuer? Aber klar doch, es ist Zürich!
Solche Aussagen bereiten mir immer wieder Magenkrämpfe….

 

 

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