Rosenburg

Als das Quartier noch nicht hipp war, durch die Weststrasse sich tagtäglich der Verkehr wälzte, noch niemand in einer ewigs langen Schlange für ein hippes Glacé auf dem neu kreierten Brupbacherplatz anstand und das Idaplatz Fest noch ein kleines Fest unter Freunden und Bekannten war – da gab es schon die Rosenburg. Auch unter dem Namen „die Meyerei“ bekannt. Ein gemütlicher, dunkler, kleiner Spunten mit gutbürgerlicher Küche und tollen Gastgebern.

Pasci, der Wirt, übernahm das Lokal von seiner Mutter Yvonne. Sie arbeitete danach in der Küche zusammen mit Lilly – auch sie schon seit Jahrzehnten in der Rosenburg  – nur noch in der Küche. Nun schmeisst Lilly die Küche alleine. Manchmal hilft Pasci in der Küche aus. Esther ist die unermüdlich gute Seele resp. Kellnerin des Lokals. Wie sie seit Jahrzehnten alleine, auch ein vollgestopftes Lokal managed, sucht ihresgleichen.

Vor ein paar Jahren habe ich dort mit Freunden meinen Geburtstag gefeiert. Vom Fondue Chinoise und den feinen Saucen von Yvonne schwärmen meine Freunde noch heute. Erst in diesem März habe ich mit meiner Mutter ihren runden Geburtstag in diesem urchigen Lokal gefeiert. Nur in einem so persönlichen Lokal wie diesem, stimmen alle Anwesenden – bekannt oder unbekannt – herzlich in ein „Happy Birthday“ ein.

Viele Menschen, die ich kenne, verbinden schöne Erinnerungen mit diesem Lokal. Auch wegen den verschiedenen Anlässen, die es früher an den Wochenenden gab. Bankangestellte sind über Mittag extra  für ein Cordon Bleu von Altstetten in die Rosenburg  gefahren. Die Stammgäste kamen nicht nur aus dem Quartier. Vor allem am Freitag Abend war der runde Tisch immer voll besetzt.  Ob GCZ oder FCZ Spieler – alle kehrten sie dort ein. Es war und ist noch das Stammlokal vom FC Industrie. Pasci’s Vater Ernst Meier war mal Spieler beim FCZ. Pasci ist ein GCZ Fan und das mit Herzblut.

Wann immer ich dort esse, habe ich das Gefühl des Nachhausekommens. Sie sind mir alle über die Jahre ans Herz gewachsen: Pasci, der Wirt; Maria, seine Frau; Esther, die seit Jahrzehnten den Service alleine schmeisst; Yvonne, die Küchenfee und Lilly. Leider muss das urchige Lokal Ende Jahr schliessen. Die Besitzerin der Liegenschaft hat anderes vor. Ein Teil der Geschichte des Quartiers geht verloren. Ich weine ihnen eine riesengrosse Träne nach.

Wenn Ihr eine echte, urchige Zürcher Beiz erleben wollt – dann geht dahin und geniesst einen legèren Abend unter Freunden. Lasst Euch von einer ehrlichen Küche und dem währschaften, feinen Essen sowie der persönlichen Atmosphäre überzeugen.  So ein echtes Quartier Lokal gibt es wohl im Kreis 3 nie mehr wieder. Ihr habt noch bis Ende Jahr Zeit.

Wo findet Ihr die urchige Quartierbeiz? Hier!
Rosenburg zur Meyerei. Badenerstrasse 287, 8003 Zürich

 

 

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